Geschichte

Der Verein Eibajalla und die Entstehung des Wohnprojekts

Am 18.August 1989 gründete sich der Verein Eibajalla, „Initiative für den Erhalt von Wohnraum und die Förderung von Stadtteilkultur in Eimsbüttel Nord e.V.“. 1992 entschlossen sich die Mitglieder die Arbeit des Vereins auf ganz Hamburg auszudehnen. Der Verein engagierte sich in Form von Veranstaltungen und Ausstellungen über NS-Zwangsarbeit. Doch schon damals war ein Ziel des Vereins der Erhalt von preiswertem Wohnraum und die Förderung der Stadtteilkultur unter Berücksichtigung benachteiligter Gruppen der Bevölkerung in Hamburg.

Im Zuge wohnungspolitischer Auseinandersetzungen waren Mitglieder des Eibajalla e.V. auf der Suche nach einer Möglichkeit, ihre Vorstellung des gemeinsamen Zusammenlebens umzusetzen. Eine generationsübergreifende Form von Wohnen, die Beendigung der eigenen Obdachlosigkeit, der Wunsch mit anderen Menschen solidarisch zusammen zu wohnen und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums standen dabei im Vordergrund. 1992 stellte die Stadt die sanierungsbedürftigen Häuser in der Fuhlsbüttler Straße zur Verfügung. Daraufhin wurde ein Nutzungsvertrag zwischen der Stadt, vertreten durch die Lawaetz Stiftung, und dem Eibajalla e.V. am 15.11.1993 unterzeichnet. Am 20.12.1993 wurde der Baubetreuungsvertrag im Rahmen der Alternativen Baubetreuung zwischen dem Eibajalla e.V. und der Lawaetz Stiftung geschlossen.

Die Baumaßnahmen zur Instandsetzung und Sanierung der Häuser begannen im Frühjahr 1994 und die Mietverwaltung der bereits in den Häusern wohnenden Mietparteien wurde durch den Verein übernommen. Eigentümerin, Generalmieterin und Mieter_innen (Vereinsmitglieder) haben die Häuser gemeinsam saniert und nach Vereinsplänen umgebaut.

Die beiden Häuser werden seitdem von der Hausgemeinschaft selbst verwaltet. Die Selbstverwaltung folgt dem Ziel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und langfristig zu erhalten, nicht zuletzt für Menschen, die sich aufgrund ihrer ökonomischen oder kulturellen Situation auf dem Wohnungsmarkt ausgegrenzt sehen. Durch das Erbringen von Eigenleistungen bei der Instandhaltung und den Verzicht auf die Erwirtschaftung von Gewinn konnten diese Ziele erreicht werden und somit den Verdrängungstendenzen des Wohnungsmarktes ein Stück weit entgegengewirkt werden.

In der Vergangenheit wurde auch mit anderen Projekten zusammen gearbeitet, wie etwa der Solidarischen Hilfe im Alter (Solihilfe), einem Pflegedienst mit dem speziellen Fokus auf ehemals Verfolgte des nationalsozialistischen Regimes und deren Angehörige und Freund_innen. Eibajalla unterstützte die Solihilfe etwa beim Aufbau von Gemeinschaftsunterkünften für Pflegebedürftige und bot darüber hinaus Wohnraum für Freiwillige eines Austauschprojekts.

Als bereits 20 Jahre bestehendes Projekt sehen wir uns heute als Teil einer alternativen Stadtteilkultur im Hamburger Norden. Wir bieten politischen und kulturellen Initiativen Raum für Treffen und beziehen auch in politischen Debatten über unsere Nachbarschaft hinaus deutlich Position.

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