Engagement

Mit dem Wohnprojekt Fuhlsbüttler Straße realisieren wir eine gemeinsam entwickelte Idee von solidarischem Wohnen und Leben in Hamburg. Unsere politischen Ansprüche enden jedoch keineswegs an unserer Haustür: Viele Bewohner_innen sind in unterschiedlichen Initiativen politisch engagiert und auch als Projekt verdeutlichen wir unsere Positionen in politischen Auseinandersetzungen:

Zu einer Zeit verstärkter rassistischer Mobilmachung in der Gesellschaft beteiligten sich am 31.01.2015 in Hamburg rund 8.000 Menschen an der Demo „Recht auf Stadt: Nevermind the papers“. Ein breites Bündnis politischer Inititativen und Organisationen hatte zu den Protesten im Vorfeld der Bürgerschaftswahl aufgerufen. Unser Wohnprojekt unterstützte die Demo und die Forderungen nach einem Recht auf würdige Unterbringung für Geflüchtete, dem Recht auf Arbeit und Ausbildung für alle hier lebenden Menschen und einem Bleiberecht für alle Menschen mit ungesicherten Aufenthaltsstatus.

Die Pläne und Vorstöße der Stadt Hamburg, alternative Wohnprojekte an die SAGA oder andere private Investoren zu verkaufen, nahmen zahlreiche Wohnprojekte zum Anlass den Dachverband autonomer Wohnprojekte zu gründen und sich als Teil der Recht auf Stadt Bewegung gegen den Mietenwahnsinn zu engagieren. Unser Wohnprojekt ist seit 2014 Teil des Dachverbandes und unterstützt dessen Thesenpapier „Autonome Wohnprojekte: selbstbestimmt – selbstverwaltet – solidarisch“.

Auch im Hamburger Norden folgt die Stadtentwicklung vor allem den Interessen von Immobilien- und Wohnungsunternehmen. So soll der Bauwagenplatz Borribles zusammen mit mehr als 300 Kleingärten den geplanten Wohnvierteln Hebebrandquatier und Pergolenviertel weichen. Unser Projekt unterstützte in diesem Zusammenhang u.a. die Demo „Die Stadt gehört allen – Borribles bleibt“ im Juni 2014. Darüber hinaus arbeiten wir mit einem Netzwerk von Bürgerinitiativen, dem Nordnetz Hamburg, zusammen und engagieren uns zusammen mit diesen Initiativen für eine aktive Bürgerbeteiligung an stadtpolitischen Entscheidungen.

Die Hamburger Wohnungspolitik ist seit einigen Jahren eines der bewegenden Themen der lokalen Öffentlichkeit. 2011 unterstützten wir die Demonstration „Mietenwahnsinn stoppen – Wohnraum vergesellschaften“. Denn: Wir teilen die Kritik am Hamburger Senat und den Wohnungsunternehmen, insbesondere im Hinblick auf die erheblichen Mietsteigerungen und den immer geringer werdenden Anteil an sozial gefördertem Wohnraum. In diesem Zusammenhang unterzeichneten wir die Hamburger Erklärung zur Wohnungspolitik.

2010 und 2011 beteiligte sich ein Großteil der damaligen Bewohner_innen an den Protesten im Rahmen der Kampagne Castor Schottern. Nach der geplanten Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke durch die damalige Bundesregierung erlebte die Widerstandsbewegung gegen Atomkraft und für die Vergesellschaftung der Energieproduktion einen deutlichen Aufwind.

Seit Gründung des Vereins Eibajalla e.V. sind die Vereinsmitglieder und Bewohner_innen unserer Häuser in vielen weiteren Bereichen aktiv geworden, etwa in Form von Veranstaltungen und Ausstellungen über NS-Zwangsarbeit oder der Unterstützung der Solihilfe, die psychosoziale Betreuung für Verfolgte des NS-Regimes organisiert. Einen Überblick findet sich in den Texten zur Geschichte des Projekts

Weiterlesen:  Geschichte des Wohnprojekts